Busbeschleunigung bremst den Verkehr

Die große Siemersplatzbaustelle nähert sich dem Ende. Die stadtauswärtsführenden Fahrspuren sind bereits neu geteert, die Richtung stadteinwärts ist am kommenden Wochenende geplant. Die neue Struktur, wochenlang verdeckt durch Absperrungen, wird langsam deutlich. Noch profitieren der Verkehrsfluss von den Schulferien in Schleswig-Holstein – und doch staut sich schon jetzt der Verkehr mehr als je zuvor!

In der Kollaustraße stadtauswärts stehen plötzlich bis Nedderfeld nur noch zwei Spuren zur Verfügung. Konnte bisher der Busverkehr zusammen mit den Rechtsabbiegern ins Nedderfeld zügig bis zur eigenen Busspur vorfahren, steht er jetzt mit allen anderen Verkehrsteilnehmern im Stau. Und das jeden Abend bereits ab Butenfeld. Da wird die schöne Busbeschleunigung ad absurdum geführt. Was hat sich der SPD-Senat nur dabei gedacht.

Was passiert, wenn auch die Schleswig-Holsteiner Pendler ab Montag dazu kommen, wird noch einmal richtig interessant.

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Baustelle verscheucht Besucher

Das Chaos auf dem Siemersplatz hat die Medien erreicht. Ein Brandbrief der Lokstedter Geschäftsleute an den Verkehrssenator Horch wurde vom Hamburger Abendblatt und der BILD Hamburg aufgegriffen. Blockierte Stellplätze und Garagenzufahrten, ständige Änderungen der holprigen Fußgängerüberwege, Absperrungen direkt vor den Schaufenstern: Diese Baustelle bietet das gesamte Gruselkabinett für die örtlichen Geschäftsleute.

Abhilfe ist leider nicht in Sicht. Die Forderung nach Beschleunigung durch Wochenendschichten führte genau ein Wochenende zu mehr Aktivitäten, dann ruhte bereits wieder still die Baustelle. Bleibt zu hoffen, dass nicht mehr Geschäfte schließen müssen.

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Senat kauft kaputte “Design-Radarfalle” für 90.000 Euro

Im April dieses Jahres habe ich dem SPD-Senat kritische Fragen zur “Design-Radarfalle” in Höhe der Osterfeldstraße 60 gestellt. Diese ersetzt seit September 2012 den bisherigen klassischen “Starenkasten”, der bereits im Juli 2012 abgebaut wurde.

  • Mit dem klassischen “Starenkasten” wurden in den Jahren 2009 – Mitte 2012 rd. 1.500 Geschwindigkeitsüberschreitungen pro Monat gemessen.
  • Die Desgin-Radarfalle hat im Schnitt auf nur noch rd. 1.300 Verstöße pro Monat dokumentiert.
  • Seit Februar 2013 ist die “Design-Radarfalle” wegen eines technischen Defekts außer Betreib!

Knapp 90.000 Euro hat die “Design-Radarfalle” gekostet. Über die Sinnhaftigkeit dieser “Investition” lässt sich sicher streiten…

Morgendliches Chaos

Trotz Ferien und damit eigentlich weniger Verkehr stauen sich die Autos im morgendlichen Berufsverkehr vor dem Siemersplatz. Die Busbeschleunigungsbaustelle verursacht erst einmal Chaos – und eine große Entschleunigung. Aus allen vier Himmelsrichtung staut es sich quer durch Lokstedt. Von Niendorf die Kollaustraße runter, aus Richtung Stellingen ab Kieler Straße, in Eppendorf auf dem Lokstedter Weg und aus Hoheluft den gesamten Lokstedter Steindamm entlang. Entwarnung nicht in Sicht. Frühestens Ende Oktober soll der Verkehr wieder fließen, Bauverzögerungen noch nicht eingerichtet.

Busbeschleunigungsprogramm verschlimmert die Situation

- Der Bebauungsplan “Lokstedt 52 – Eppendorf 9 – Geoß Borstel 11″ berücksichtig die Auswirkungen des Busbeschleunigungsprogramm nicht.

- Die bisherige Busbucht der Haltestelle “Nedderfeld” (stadteinwärts) verschwindet – der Bus hält zukünftig am Fahrbahnrand.

- Der Linksabbieger-Verkehr von der Kollaustraße in die Osterfeldstraße muss anstatt der bisherigen 240 Meter mit zukünftig nur noch 78 Metern (verteilt auf zwei Spuren) arrangieren.

- Die Zeitersparnis zwischen den Haltestellen “Nedderfeld” und “Brunsberg” (stadteinwärts) soll gerade einmal 44 Sekunden betragen. Die Fahrzeit zwischen “Nedderfeld” und “Niendorfer Straße” (stadtauswärts) verkürzt sich sogar nur um max. 26 Sekunden. Kostenpunkt: 5,18 Millionen Euro!

Senat stößt “Aktives Lokstedt” vor den Kopf!

Wegen der Bauarbeiten zum Busbeschleunigungsprogramm müssen im Bereich des Simersplatzes neun gesunde (!!!) Bäume gefällt werden. Fünf davon wurden auf Initiative und aus den finanziellen Mitteln des Vereins “Aktives Lokstedt” gepflanzt.

Die Kosten für die Fällungen und späteren Neupflanzungen belaufen sich auf rd. 72.500 Euro.

Busbeschleunigungsprogramm des SPD-Senats – von 0 auf 70 SEKUNDEN für 5,2 Millionen Euro!

Die Baumaßnahmen rund um das Busbeschleunigungsprogramm – von Anliegern und Verkehrsexperten zu Recht als “Busverlangsamungsprogramm” bezeichnet – sind im vollem Gange. Entsprechend hoch sind die Belastungen für Autofahrer und (unabhängig von den Hamburger Schulferien …) für die Anwohner und die (oftmals kleinen) Geschäfte in dem betreffenden Bereich.

In mehreren Anfragen habe ich dem SPD-Senat “auf den Zahn gefühlt” und teilweise erstaunliche Antworten hinsichtlich der Sinnhaftigkeit – sprich des Kosten-/Nutzenverhältnisses – erhalten. Immerhin kostet “der Spaß” die Hamburger Steuerzahler rd. 259 Millionen Euro.

Die rechte Hand weiß wohl nicht, was die linke Hand tut…

Von März bis April 2013 wurden durch die Hamburger Wasserwerke und die Stadtentwässerung im Bereich Nedderfeld (zwischen Kellerbleek und Lembekstraße) Bauarbeiten am Leitungssystem durchgeführt.

Eine Information hierüber erging nur an die direkten Anwohner!

Eine Koordination hinsichtlich Verkehrsführung, Streckensperrungen und Umleitungen im Hinblick auf die parallel stattfinden Bauarbeiten in Folge des Busbeschleunogungsprogramms fand nicht statt.